Forschung
Küche, Kühlschrank, Kilowatt. Zum Bedeutungswandel privaten Energiekonsums im 20. Jahrhundert (TP des BMBF-Projekts"Objekte des Energiekonsums")
Die Rolle des Privathaushalts als Energieverbraucher wird weitläufig unterschätzt. Dabei prägte die Technisierung der Küche die Etablierung der westdeutschen Stromkonsumgesellschaft nach 1950, wodurch sie indirekt Einfluss auf den steigenden privaten Energieverbrauch ausübte. Der „Mentalitätswandel“ in der Küche hin zu immer mehr und immer neueren Geräten prägte die Einstellung vom „guten Leben“ als moderner Konsument, in dem auch Zentralheizung, Fernsehapparat und PKW nicht fehlen dürfen. Das Dissertationsvorhaben untersucht die Rolle von Küchengeräten und ihren NutzerInnen in der Vielzahl komplexer Prozesse, die zu dieser Entwicklung geführt haben und ihre Auswirkungen. Der Bedeutungswandel des privaten Energiekonsums wird mittels technikhistorischer Objektstudien, verknüpft mit konsum- und umwelthistorischen Fragestellungen, erhellt.
Im Mittelpunkt des Teilprojektes steht der Schauplatz Küche als Ort der Nahrungszubereitung, -speicherung und -vorbereitung. Geräte wie Kühlschrank, Herd und Mikrowelle werden als kulturelle Bedeutungsträger und Zeichen interpretiert, mittels derer kommuniziert und soziale Verhältnisse sichtbar gemacht werden können. Erkenntnisleitend soll auch die Frage nach der Konstruktion von NutzerInnen sein, die während des Innovations-, Produktions- und Mediationsprozesses ausgehandelt wird. Diese wird zudem in der jeweiligen politischen, kulturellen und Geschlechterordnung verortet.
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