Forschung
„Weiße Ware, der Körper und der Schmutz. Historische Betrachtung über Körperpflege und Energiekonsum im Privathaushalt“
Teilprojekt des Forschungsprojektes „Objekte des Energiekonsums“ – eine Kooperation des Deutschen Museums und des Fachgebiets Technikgeschichte der TUM, gefördert vom BMBF („Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften“).
In unserer westlichen, industrialisierten Gesellschaft ist der Privathaushalt einer der größten Energieverbraucher. Insbesondere Raumwärme und Warmwasserbereitung stellen hinsichtlich der Energienutzung die größten Faktoren dar. Dabei prägen nicht nur technische Voraussetzungen den Energiekonsum, sondern auch der Umgang der KonsumentInnen mit den Geräten. Energiekonsum ist deshalb eng mit Vorstellungen über Sauberkeit, Bequemlichkeit oder Komfort verbunden.
Wie sich diese kulturellen Werte und Praxen in Wechselwirkung mit einer veränderten materiellen Infrastruktur im Privathaushalt veränderten, will ich im Rahmen meines Dissertationsprojektes am Beispiel des Badezimmers untersuchen. Im Untersuchungszeitraum zwischen 1918 und 1979 fokussiert die Arbeit den Wandel des räumlichen Konzepts des Badezimmers im Zuge seiner Technisierung und massenhaften Verbreitung.
Aus technik- und konsumhistorischer Perspektive wird gefragt, welchen Einfluss der räumliche Wandel und die Aneignung technischer Artefakte auf den Energiekonsum hatten. Die Untersuchung zeigt auf, welche Akteure für den Einzug der Geräte eine Rolle spielen und zielt darauf ab, NutzerInnenkonstruktionen zu entschlüsseln. Das Badezimmer gerät dabei nicht nur als Ort des Energiekonsums, sondern vor allem als Ort an dem Hygienevorstellungen, Geschlechterrollen, und Körperbilder immer wieder neu ausgehandelt werden, in den Blick.
