Forschung

Wechselnde Objektsemantiken: Vom Hybridmais zum transgenen Mais

Ausgehend von der Hypothese, dass Pflanzenzüchtung mit sozialen Utopien und Eingriffen verflochten ist, wird Mais erstens dahingehend untersucht, wie die Pflanze Möglichkeitsräume für die Entstehung der industrialisierten Landwirtschaft in der BRD und in Europa geschaffen hat. Im Zentrum steht aber auch die zweite, übergeordnete Frage nach dem Stellenwert von Mais in der Geschichte der Grünen Revolution: Welche Spezifika weisen die Methoden, Maßnahmenkataloge und Zukunftsutopien agrarischer Entwicklungspolitik in den sogenannten Schwellenländern und der sogenannten „Dritten Welt“ auf? Wie unterscheiden sich diese von Europa? Welchen Stellenwert spielte die Biofaktizität des Maises innerhalb dieser Geschichte(n) der Grünen Revolution? In diesen Geschichten soll die Welt der lebenden Objekte mit menschlichen Handlungsräumen (Laboren, aber auch sozialen und politischen Umwelten) und Praktiken (Züchtung) in Beziehung gesetzt werden. In diesen verflochtenen Möglichkeitsräumen soll dann gezeigt werden, in welchem Maße Mais eine Handlungsmacht oder einen Eigensinn besitzt.

Mehr Informationen hier
http://www.biofakte.de/

Habilitationsprojekt: Germany`s Seven Seas: Marine Biology and Ecological Imperialism during the Long Twentieth Century

In diesem Forschungsprojekt steht die Geschichte deutscher meeresbiologischer Forschung im Mittelpunkt. Die Meeresbiologie entstand als eine der ersten Umweltwissenschaften mit Globalanspruch im kolonialen Zeitalter. Dadurch, dass methodische Ansätze des ökologischen Imperialismus interpretationsleitend sind, überschreitet meine Analyse der Meeresbiologie eine bloße Disziplingeschichte. Folgende Leitfrage ist bedeutend: Wie entstand zwischen dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und dem Ende des Kalten Krieges eine Wissensformation, die heute unter dem Rubrum "globales Umweltbewusstsein" verhandelt wird, und wie veränderte sie sich historisch? Drei Querschnittsstudien stellen meeresbiologische Feld- und Laborforschung, kulturelle Imagination und ökonomische Ausbeutung im Kontext der Entwicklungspolitik als drei unterschiedliche Fälle vor, an denen sich jeweils die Entstehung eines kontextabhängigen Verständnisses von globalen Umwelten zeigen lässt.